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Prokrastination oder Backofen-Effekt?

PRO - KRAS –TI-NA-TION – was für ein anstrengendes Wortungetüm! Da kommt doch die deutsche Übersetzung mit spielerischer Leichtigkeit daher: Aufschieberitis!


Und schon allein dadurch wird der Spannungsbogen zwischen Anstrengung und Leichtigkeit in einer solchen Situation erkennbar.


Warum schreibe ich darüber?


Man könnte meinen „ es ist doch schon alles gesagt worden, nur noch nicht von jedem“, wie Karl Valentin zu sagen pflegte. Also geselle ich mich zu „jedem“ und lasse euch mein „WARUM“ wissen.


Seit Tagen, ach was, seit Wochen und Monaten schiebe ich es vor mir her, einen zweiteiligen Blog über ein Thema zu schreiben, welches mir wirklich am Herzen liegt.

Der erste Teil ist fertig, der zweite – na, ja – und das ist das Problem – EIGENTLICH auch und doch nicht!


Ich bringe es nicht fertig, meine Wort- und Satzkreationen auf meine Website zu stellen. Einfach anstrengend - dieses „ nicht in die Pötte kommen“.


Was ist da los?


Jetzt bin ich ja schon eine ganze Weile als systemischer und psychosozialer Coach unterwegs und betrachte mich als einen (selbst)reflektierten Menschen und dennoch hänge ich in einem klassischen Muster der kindlichen Vermeidungsstrategie fest ( na, wenigstens erkenne ich es gleich...J). Der Anspruch an mich selbst lähmt mich und lässt mich wie das Kaninchen vor der Schlange verharren.

Nennen wir es doch ganz deutlich beim Namen, was da so los ist bei mir:


1) mein Perfektionsanspruch - per se eine Looser-Strategie, weil es für Perfektionisten nie gut genug ist! Aber ich möchte doch unbedingt sowohl inhaltlich als auch sprachlich abliefern und so feile ich seit Wochen an jedem Satz herum

2) meine Befürchtung nicht anerkannt zu werden

3) meine Angst vor negativer Bewertung ( ich möchte es ja auf meine Web- UND meine FACEBOOK (!)-Seite stellen . O Gott, spätestens ab da ist es dann wirklich „öffentlich“...!)

4) meine „Ich will Kind bleiben“-Strategie - damit laufe ich vor meiner Selbstverantwortung weg.


Soweit so gut, nach dem Motto: „Prägung erkannt – Muster gebannt!“


Diesen Cocktail an hemmenden Mustern wird mir immer wieder auf`s Neue vom Leben serviert.


Ich erkenne, dass man gar nicht alt genug werden kann, um nicht immer wieder mit seinen Glaubenssätzen und blockierenden Prägungen konfrontiert zu werden. Du wirst sie nicht los, aber du kannst sie durch Bewusstwerden immer wieder auflösen. Und wisst ihr, was der Unterschied zu früher ist?

Es ist die Gelassenheit!

Denn ich bin nun schon so oft in meinem Leben durch diesen Prozess gegangen, dass ich unterscheiden gelernt habe, wann die Dinge im s.g. „Backofenprozess“ einfach ihre Zeit brauchen und wann ich prokrastiniere.


Wie viel Zeit ich für diesen Blog gebraucht habe?


15 MINUTEN.....!!!!!

15 Minuten Leichtigkeit.

Ja, so kann`s auch gehen.


Mir bleibt nur mehr mit den Worten eines weisen Mannes zu enden:


Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,

es ist schwer, weil wir es nicht wagen“ Seneca ca.50 n.Ch.

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