top of page
Suche
  • AutorenbildAndrea Allihn

Zugehörigkeit und Herkunft: Wie hochsensible Menschen ihren Platz in der Welt finden

Vorweg….

Herkunft bedeutet, sich seiner eigenen Geschichte und Tradition bewusst zu sein und diese zu akzeptieren.

Zugehörigkeit bedeutet, sich mit einer Gruppe von Menschen verbunden zu fühlen, die ähnliche Werte, Interessen, Ziele oder Erfahrungen teilen.

Beide sind wichtige Aspekte für das psychische Wohlbefinden und die Selbstentfaltung eines Menschen.



Herkunft ist unabänderlich.


Die Welt, in die wir hinein geboren und in der wir sozialisiert wurden, hat höchste Bedeutung für jeden einzelnen von uns. Für einige ist der Begriff „Heimat“ damit verbunden.


Sie prägt uns durch ihre Sprache, möglicherweise Religion und der jeweiligen Kultur. In jedem Fall ist sie für jeden Identität stiftend.



Herkunft wirkt unbewusst auf der Verhaltens- und Emotionsebene.

Ob sich dieser Einfluss positiv oder negativ auswirkt, ist von der Befriedigung eines tief in uns verankerten Bedürfnisses abhängig. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.


Das Gefühl der Zugehörigkeit wird individuell erlebt und ist demnach vielschichtig.

Entsprechend der Lebensumstände ist es volatil.

Es ist oft, aber nicht zwingend, mit unserer Herkunft verknüpft.

Führen wir ein Leben, ohne uns zugehörig zu fühlen, egal wem oder was wir dieses Gefühl zuordnen, sind wir tief verunsichert, unzufrieden und wir werden (fast) alles dafür tun, um dieses Bedürfnis zu befriedigen.

Für einige geht es sogar so weit, dass sie sich, oft unbewusst, der totalen Anpassung an das soziale Umfeld unterstellen. Der Preis dafür ist die Aufgabe bzw. Verleugnung der eigenen Identität. Betroffene haben das Gefühl der Fremdbestimmtheit. Das macht unzufrieden und unglücklich, denn wer möchte nicht authentisch und selbstbestimmt sein (berufliches) Leben führen?!

Leider ist es unter solchen Umständen kaum möglich sein volles Potential auszuschöpfen und der Welt das zur Verfügung zu stellen, was jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit zu geben fähig ist.


Wie jeder Baum und jede Pflanze sich über ihre Wurzeln im nährenden Boden verankert, stabilisieren wir uns als soziale Wesen über Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Für hochsensible Menschen (HSM) kann es jedoch schwierig sein, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Herkunft zu finden, aus verschiedenen Gründen:

  • HSM fühlen sich oft anders, missverstanden oder ausgegrenzt von der Mehrheitsgesellschaft, die eher auf Leistung, Konkurrenz, Schnelligkeit und Oberflächlichkeit ausgerichtet ist. Sie können Schwierigkeiten haben, sich an die sozialen Normen und Erwartungen anzupassen, die nicht zu ihrer Persönlichkeit passen. Oft haben sie das Gefühl, dass sie ihre Sensibilität verstecken oder unterdrücken müssen, um akzeptiert zu werden.

  • Ihre Affinität zu verschiedenen Kulturen, Sprachen, Religionen oder Weltanschauungen, die ihre Neugier, ihr Verständnis und ihre Wertschätzung für die Vielfalt der Welt widerspiegeln, begegnen mir immer wieder in der Begleitung von hochsensiblen Menschen. Sie können sich als Weltbürger, Kosmopoliten oder Multikulturalisten identifizieren, die über die Grenzen ihrer eigenen Herkunft hinausgehen.

  • HSM haben oft eine starke Verbindung zu ihrer inneren Welt, die aus ihren Gedanken, Gefühlen, Werten, Träumen und Visionen besteht. Sie können sich als spirituell begabt betrachten, die nach einem tieferen Sinn und Zweck im Leben suchen. Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstkritik, kann sie dazu bringen, sich ständig zu hinterfragen, zu lernen und zu wachsen.

Diese Faktoren können dazu führen, dass HSM sich sowohl bereichert als auch verwirrt fühlen, wenn es um ihre Zugehörigkeit und Herkunft geht. Sie fragen sich, wer sie sind, wo sie hingehören und was ihre Rolle in der Welt ist. Wenn sie keine Gleichgesinnten finden, die sie verstehen und unterstützen, können sie sich auch isoliert und einsam fühlen.


Wie können HSM also ihr Gefühl von Zugehörigkeit und Herkunft stärken?


HSM sollten ihre Sensibilität als eine Gabe und nicht als eine Schwäche anerkennen und schätzen.

Es ist der eigenen Zufriedenheit nicht dienlich, sich dafür zu schämen oder zu entschuldigen, wer sie sind, sondern es ist besser ihre Einzigartigkeit zu feiern. Zu lernen, ihre Grenzen zu setzen, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren und sich vor Überstimulation und Erschöpfung zu schützen ist ein immerwährender Auftrag.

Eine weitere Aufgabe ist nach Menschen zu suchen, die sie akzeptieren, respektieren und wertschätzen, wie sie sind. Sie sollten sich mit anderen HSM oder Menschen, die ähnliche Interessen, Werte oder Ziele haben, vernetzen und austauschen und auch offen sein, von anderen Menschen zu lernen, die unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen oder Hintergründe haben.

HSM sollten ihrer inneren Stimme folgen, die ihnen Orientierung, Inspiration und Motivation gibt. Es ist wichtig sich seiner eigenen Werte und Visionen klar zu sein und diese zu verfolgen.

Zugehörigkeit und Herkunft sind wichtige Themen für hochsensible Menschen, die ihnen sowohl Freude als auch Herausforderungen bereiten können. Indem sie ihre Sensibilität annehmen, sich mit anderen verbinden, ihre Herkunft würdigen und ihrer inneren Stimme folgen, können sie ihren Platz in der Welt finden und ihr volles Potenzial entfalten.




26 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page